Schüller und Tessel

Haushalt ist ja so eine Sache. Wann es damit angefangen hat, weiß keiner. Enden aber wird es erst wieder, wenn aus purer Notwendigkeit ein Pflegedienst sich darum kümmert. Bis dahin ist man auf sich allein gestellt, bzw. hat eine Menge Grund für beziehungsinterne Streitigkeiten. Warum also nicht das Ganze etwas einfacher gestalten?

Ansätze dazu gibt es viele, ein gerne unterschätzter ist der des Geschirrmanagements.

Wie in sicher jedem aus einer WG hervorgegangenen Haushalts fragen sich bei unseren Geschirrbeständen Fuchs und Hase, welcher Vollpfosten sich das ausgedacht hat: Kein Stück passt zu dem Anderen und zudem nur ein Drittel davon in die Spülmaschine.

Und beim Versuch, das langsam mal zu ändern, gerät man auch an Grenzen, die man sich nie ausgemalt hatte. Die Überlegung, große und kleine flache Teller mal durch ein einheitliches Modell abzuschaffen, hat sich bisher erübrigt, weil der Trend bei Tellern, die sich nicht per se als Untertasse tarnen, inzwischen in Richtung 78 cm Radius geht. Mindestens.

An der zweiten Front aber tat sich eine Lücke auf: Tiefe Teller und Schüsseln. Nix gegen tiefe Teller oder Müslischüsseln, aber irgendwann haben Ozie und ich erkannt, dass diese scheinbar strikte Trennung der beiden gar nicht so zwingend ist, wie wir selbst bis vor kurzem noch zu denken glaubten. Und dann entdeckten wir die TSO's bei Ikea.

Ein "Ding", das weder komplett Schüssel, noch Teller ist. Ein Teil der 365+-Serie, das vom Händler selbst als "Tiefer Teller/Schale" angeboten wird, etwas, das nicht weiß, wo es hin will und genau deshalb irgendwie beides ist. Zwei Testexemplare wurden bei uns binnen Wochenfrist zum Lieblingsgeschirr und wir hatten schnell einen einfachen Namen dafür:

Schüller-Tessel-Objekte.

Ich nehme an, jeder wie ich an Kernwaffentechnik Interessierte denkt dabei auch ans Teller-Ulam-Design, aber um ehrlich zu sein: So übel Ikea sein mag, ganz die Zerstörungskraft haben sie da noch nicht erreicht.

Inzwischen haben wir acht Schüller-Tessel-Objekte und es werden mehr werden. Sie dienen hier für Müsli wie für Hühnersuppe, als Obstteller wie auch als Salatschüsseln. Man kann darin Rührei servieren, aber auch Pudding anrichten.

Und dabei geht es nicht darum, dass unsere jetzt von Ikea sind. Es gibt sicher noch andere gute Schüller-Tessel-Objekte da draußen. Das Faszinierende daran ist, dass diese Dinger für so viel verschiedenes gebraucht werden können und beim Blick in die Spülmaschine trotzdem aussehen, als wären sie eine fucking Armee.

Und um das ganze nicht so militärisch enden zu lassen, ist hier noch ein Foto mit einer verdammt ausreichenden Portion Spaghetti Bolognese in einem Schüller-Tessel-Objekt angefügt: