Sucht, ey!

Ich möchte hier mal erwähnen, dass es irgendwie auch eine auf irritierende Weise lustige Sache sein kann, eine Sucht wie in meinem Fall das Rauchen anzugehen. Allerdings auf einer eher abstrakten intellektuellen Ebene, ich will's ansonsten echt nicht schönreden, denn natürlich ist es hart und nervig.

Aber diese Einblicke ins eigene Denken und Funktionieren des Gehirns ... es ist einfach faszinierend und auf diese eine seltsame Art bereue ich es nicht, die Erfahrung gerade zu machen.

Auf der anderen Seite: ICH BRAUCHE GERADE EINE KIPPE, GANZ DRINGEND, EHRLICH!

Das Interessante ist das "Wie" bei der Sache. Unbeteiligte denken da schnell an stereotype Entzugserscheinungen wie Zittern, Schwitzen ... selbst das eigentlich passende Wort "Verlangen" interpretiert man deutlich anders, wenn man den Zustand nicht kennt.

Ja, als Raucher kannte ich dieses "Ich brauch jetzt eine Kippe!" in vielen Facetten ganz gut. Inzwischen aber sind 25 Tage seit der letzten vergangen und jetzt merke ich, wie kreativ das Gehirn wird. Sicher, oberflächlich ist da einfach das Wollen, aber wenn man das willensstark beiseite wischt, wird's wirklich fies. Mein Hirn versucht gerade, mir seit einer halben Stunde ein schlechtes Gewissen zu machen.

Weswegen? Na, weil ich so ein Vollidiot bin und mir von der Gesellschaft vorschreiben lasse, welche Drogen ich nehmen dürfe.

Und dann wechselt es schnell über zu "Du hast jetzt 25 Tage geschafft und bewiesen, dass Du nicht rauchen musst. Feier das doch mit einer Zigarette!".

Vor zwei Tagen bin ich erstmals mit Lust auf eine Zigarette aufgewacht. Und warum? Ich hatte geträumt, dass ich mit drei anderen Leuten zusammen aufgehört hätte, alle außer mir bei einer Party eine "Ausnahme" gemacht hätten und ich der einzige Vollidiot bin, der sich WIRKLICH keine Kippen gönnt.

Und egal wie sehr's mich gerade nervt: Ich ziehe meinen Hut vor der Natur! Das ist echt beeindruckend!