Brüssel-Bits 2: Die Füße

Das Folgende mag ein Problem nur derer sein, die in einer großen Stadt wie Berlin ihr Leben fristen. Aber nichtsdestotrotz ist es eben für uns zwei real gewesen: Brüssel war sehr klein.

Und ja, mir ist schon klar, dass Brüssel insgesamt eine sehr große Stadt ist. Nur ist eben das, was man als Tourist als "Innenstadt" sieht, mehr als nur überschaubar. Und selbst ich als professioneller Auskenner habe mich nicht mit den Kartenmaßstäben befasst, als ich gecheckt habe, wo Hauptbahnhof, Hotel, Atomium und Europaviertel liegen.

Natürlich sind wir nicht alle Wege zu Fuß gegangen, aber weit mehr als gedacht. Insbesondere haben wir z.B. kein einziges Mal ein Taxi genommen. Das hat kurz nach der Anreise bereits angefangen. Wir wollten uns eher "mal kurz umsehen", als wir am Bahnhof angekommen sind. Kurz darauf haben wir festgestellt, dass wir schon am Grand Place sind und unser Hotel wohl auch nur ein paar Meter weiter ist.

Auf der anderen Seite hat uns dieses Schritt-für-Schritt-Ding am Ende doch genug laufen lassen, um für ermüdete Füße zu sorgen. Erst wagt man sich ins Europaviertel, dann umrundet man es einmal, dann absolviert man die Tour im Parlamentarium, vertreibt sich die Wartezeit auf die Parlamentsführung durch Rumlaufen, macht die Tour mit, geht dann noch kurz zum Naturkundemuseum, läuft dort runde drei Kilometer durch die Gegend ... und am Ende ist man halt doch durch. In Berlin läuft man vom Alex zum Brandenburger Tor und beschließt dort umgehend, für die weiteren Wege ein Taxi zu nehmen. Und wenn's nur zum Großen Stern ist.

In Anbetracht dieses paradoxen Ergebnisses kann man geteilter Meinung sein, ob Brüssel nun kleiner oder größer sein sollte. Vielleicht aber isses am Ende ja auch einfach nur ok so wie es ist.