19 Tage, 1000 Kippen.

Rein durchschnittlich hatte ich die 1000 nicht gerauchten Zigaretten sogar gestern schon weg. Eintausend Stück! Ja, das sind runde 300 Euro, das weiß ich. Und mir, Sash, dem Hardcore-Raucher geht's gut.

Und deswegen muss ich hier wirklich nochmal eine Lanze für Nikotionpflaster brechen.

Ja, dass ich sie verwende, bedeutet, dass ich "noch nicht ganz" aufgehört habe. Aber fragt mal meine Lunge oder meinen Geldbeutel, wie egal denen das ist.

Abgesehen davon, dass ich weiß, dass mir das Ausschleichen des Nikotins noch bevorsteht: Man ist als Ex-Raucher eh nie "sicher" oder "fertig" mit der Sache. Selbst mit Nikotinersatzprodukten (ohne therapeutische Begleitung) liegt die Rückfallquote für ein halbes Jahr bei 93%. Und von den paar Beispielen im Freundes- und Bekanntenkreis weiß ich auch, dass einige davon nach mehreren Jahren wieder angefangen haben. Das ist alles wahr, erschreckend und irgendwie demotivierend.

ABER: Mal abgesehen davon, dass Ersatzpräparate die Erfolgschancen trotzdem signifikant (Studien verschiedener Settings sprechen von 5 bis 70%) erhöhen - was irgendwie viel zu schlecht kommuniziert wird, ist, wie sehr sie den Horror des Aufhörens erträglich machen. Oder wie geil das Zeug selbst für Raucher sein müsste.

Ozie kam gestern abend auf eine Idee, auf die nur ein winziger Teil der Raucher jemals gekommen ist: Wer (wie ich) nicht glauben kann, dass es wirklich die Nikotinabhängigkeit ist, die bei der Sucht eine Rolle spielt, der sollte sich mal ein paar Nikotinpflaster für sowas wie eine lange Zugfahrt oder einen Flug, ein ewiges Meeting oder die Familienfeier in der Nichtraucherwohnung kaufen. Auch wenn die Menschen natürlich unterschiedlich darauf reagieren oder eine andere Sucht-/Gewohnheitsbalance haben:

Ich als Kettenraucher mit durchschnittlich mehr als 50 Kippen am Tag hab den ersten Tag ohne Kippe ziemlich locker rumgebracht. Locker. Nicht "gerade so". Was wünschte ich mir nachträglich, mir die zwar sehr teuren, aber dann doch nur ein paar Euro kostenden Pflaster bereits bei meinem Flug nach New York oder den zahlreichen Zugfahrten nach Stuttgart gegönnt zu haben.

Ob ich es wirklich deswegen zum Nichtraucher auf Dauer schaffen werde: Wer weiß? Ich kann auch nicht in die Zukunft sehen. Aber jeder, der aufhören will oder muss, hat automatisch die paar Euro übrig. Nicht unbedingt locker sitzen, aber verfügbar. Und gerade ich als einstiger Zweifler (Fuck, das ist erst drei Wochen her?) muss sagen, dass sie echt das Geld wert sind. Glauben und meinen hilft da nix, man muss das wirklich mal probieren.