Mal wieder Kino.

Wir sind seit langem mal wieder im Kino gewesen. Wonder Woman. Viel gutes gehört und das, was man als Kritik gehört hat, war auch eher sowas wie ein Hinweis darauf, dass es ein guter Film sein sollte. Eigentlich gehören Superheldenfilme nicht wirklich zu meinen Lieblingsgenres, überhaupt mag ich Comics im Wesentlichen als Bücher oder Hefte. Und spätestens seit "300" bin ich fest davon überzeugt, einen der dümmsten Blockbuster aller Zeiten in genau dem Genre der Comicverfilmungen gefunden zu haben.

"This ... IS ... BULLSHIT!"

Nun war ich aber vom Film als auch vom Kinobesuch an sich positiv überrascht. Der Film verdient das "episch" in der Beschreibung am Kinoaushang, meine bei Filmen doch sehr mainstreamigen Ästhetikansprüche waren vollends befriedigt, ich hatte seit Matrix 1999 nicht mehr so wenig Langeweile bei ausgedehnten Kampfszenen. Und ich bin bereit, die Schlacht am Strand nur so wenig unter dem Opening von "Der Soldat James Ryan" zu platzieren, dass ich sie in einem Satz nenne. Also wenn mich trotz ausgiebiger Kampfszenen und platter Gut-Böse-Gegensätze ein 140-Minuten-Film nicht eine Sekunde langweilt und ich sogar ein paarmal versehentlich etwas zu laut lachen muss, dann kann ich hinterher schlecht behaupten, ich hätte mich nicht amüsiert. Kann also beide Daumen nach oben geben. Natürlich: Ein Hollywood-Blockbuster mit vielen Explosionen und fancy Zeitlupeneffekten. Aber von denen, die da zur Auswahl stehen, sicher einer der besseren. Und ja, es ist wirklich erfrischend, mal eine Frau in so einer Hauptrolle zu sehen.

Und Kino an sich war eigentlich auch überraschend gut, muss ich mal sagen. Sicher, die Witze darüber, dass man für einen Kinoabend zu zweit inzwischen ein Haus verkaufen muss, sind nicht gänzlich von der Hand zu weisen, aber bleiben wir mal ehrlich: Das ist immer noch ein Scherz gegenüber dem, was mit Konzertkartenpreisen passiert ist und ich muss außerdem als seltener Kinogänger auch mal feststellen, wie viel besser Kino im Laufe der letzten 20 Jahre geworden ist. Und dabei meine ich nicht die drölfzigste Dolby-THX-Generation, sondern dass man feststellt, dass die Sitze bequemer sind und der Saal mit etwas Gespür für Privatsphäre aufgefüllt wird. Oder dass ein Zehner für Essen und Trinken auch satt wird. Nicht, dass es deshalb ratsam wäre, sich von Kino-Nachos zu ernähren, aber wenn man dafür nicht nach dem Film noch im Restaurant zum goldenen M einmietet, ist die Bilanz doch eigentlich ok. Wobei: Vielleicht bleibe ich doch aus Nostalgiegründen ein Freund der 90er-Methode, sich ein 20er-Pack Chicken-Mc-Nuggets ins Kino zu schmuggeln.

Und wenn wir schon bei den guten alten Zeiten (Wir hatten ja nix!) sind. Erinnert sich noch jemand an den Klassiker von Jürgen von der Lippe von der Guten-Morgen-Liebe-Sorgen-Platte:

"Neulich bin ich aus dem Kino geflogen. Ich hatte mir Essen mitgebracht. Da hab ich gesagt: Ich bin doch nicht bescheuert und zahle die überhöhten Preise hier. Außerdem habt Ihr kein Fondue!"

Ich finde den heute noch gut. :)

Und wenn wir schon bei gut sind: So sieht auch das Fazit aus: Film gut, Kino gut, Abend gut.