How to punch a Nazi

Haha, Du bist auf Clickbait reingefallen! Obwohl, naja, ein bisschen Nazis-aufs-Maul-Content gibt es hier dann schon.

Die Zeit, in der ich aktiven Kontakt zur Antifa hatte, ist (zumindest vorübergehend) vorbei. Nicht, dass ich nicht immer noch eine Menge Ziele mit all den so gebranntmarkten Gruppen teilen würde, aber ich habe derzeit keinen Kontakt zur Szene und das alleine ist Grund, hier nicht so zu tun, als sei ich ein Sprecher dieser Gruppe(n).

Dennoch ist seit Trump, seit Charlottesville, seit der AfD, seit einer ganzen Menge neu hochgespülter brauner Scheiße immer wieder das Bedürfnis da, mehr als nur moralische Unterstützung zu leisten.

Und dann kamen sie auch wieder: Die idiotischen Stimmen einer längst vergessenen Vergangenheit, die aus ihren wohlbehüteten Altbauten blökten, wie gleich doch linke und rechte Gewalt seien, wie sehr man sich als Linker ins Abseits schieben würde, wenn man mal eine wohlverdiente Ohrfeige austeilen würde. Immer und immer wieder.

Deswegen hier nochmal ganz unmissverständlich: Das ist Bullshit!

Mir geht's gerade auch ganz gut und ich hätte eigentlich genügend Gründe, mich auf diesem radikalen Mitte-Blödsinn auszuruhen. "Gewalt ist immer böse.". "Hauptsache kein Lärm." und "Mein Baby hat schon Angst wegen Euch!".

FICKT EUCH!

In Charlottesville hat eben ein Rechtsradikaler sein Auto benutzt, um in eine Versammlung von Gegendemonstranten zu fahren und dabei eine Frau getötet und zig Menschen verletzt.

Mal abgesehen davon, dass der Widerstand gegen rechts erst einmal nur bedeutet, dass man grundsätzlich Menschen darin behindert, andere Menschen zu töten und schon deswegen per se um nichts in der Welt mit einem billigen "Gewalt = Gewalt" abzulehnen sein sollte: Ja, auch ich hab schon an militanten Aktionen teilgenommen. Ich, der nette Kerl hier, der sonst so sehr auf Kompromisse steht. Und nie wurde auch nur annähernd jemand in Lebensgefahr gebracht. Nicht ein einziges verficktes Mal!

Einmal bin ich als Fahrer einem Zug voller Nazis (nach einer ihrer Demos) hinterhergefahren und wir haben an ausgewählten Bahnhöfen gestoppt, um diesen Zivilisationsverweigerern eine Lektion in ihrer Sprache zu verpassen. Will heißen: Wir haben abseits des Bahnhofs gehalten, uns rechtzeitig vor dem Eintritt in die Kameraüberwachung vermummt und den aussteigenden Nazis eine aufs Maul gegeben. Das war zweifelsohne eine mehr als nur geplante Handlung, wir waren unfair in der Überzahl und hätten dieses Land vermutlich recht einfach um ein paar politische Gegner erleichtern können.

Haben wir das getan? Natürlich nicht!

Ein Schlag ins Gesicht, drei Arschtritte, ein paar Parolen, fertig!

Ein Denkzettel. Ein "Das passiert, wenn Du weiter zum Mord an Unschuldigen aufrufst!", und das war's! Ich will's nicht unnötig schönreden: Natürlich war das Gewalt. Psychische und physische. Nicht gerade meine bevorzugte Art, Menschen von ihrer Dummheit zu befreien. Aber weder ich noch die mir eigentlich unbekannten Mitstreiter wollten irgendwen umbringen, auch wenn wir 4:1 überlegen waren. Und auch ich habe nach den drei Arschtritten darauf verzichtet, irgendwas zu tun. Ich stehe dazu, die Aktion immer noch gut zu finden, aber das war's auch. Nazis haben auf's Maul gekriegt, das ist - sorry liebe politische Mitte! - voll ok!

Seit das MIttelmeer bezüglich Geflüchteten immer mehr in den Mittelpunkt rückt, sei hier noch einmal daran erinnert:

Die eine Seite fordert, dass wir tausende Menschen verrecken lassen sollten.
Die andere Seite fordert, dass wir das nicht tun sollten.
Die radikale Mitte, die ja angeblich voll super sein soll, fordert, dass man da doch einen Kompromiss finden müsste.

Ich bleibe dabei: FICKT EUCH!