Back to Birkenkopf

Ich hab den Ort als Kindheitserinnerung abgespeichert. Irgendwas interessantes, krasses; aber auch tolles und lustiges.

Ein Berg aus Trümmern, vom Krieg. Lauter Steine, auf denen man rumklettern kann. Geil!

Ich denke, mir geht es da wie vielen Stuttgarter Kindern mit halbwegs geschichtsbewussten Eltern. Der Birkenkopf, gerne "Monte Scherbelino" genannt, gehörte einfach irgendwie dazu.

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Natürlich war er damals eher Spielplatz und ist heute mehr Mahnmal für mich wie wohl für viele andere auch. Aber das ist ok. Ich gebe zu, dass ich ihn niemals eingeplant hatte in meine kurze Heimatreise, aber durch einen Vermerk auf dem Aussichtsturm der Uhlandshöhe erinnert wurde, dass es den ja auch noch gibt.

Ich weiß nicht, ob die zugewucherte Aussicht oder mein Erwachsenwerden mehr dazu beigetragen haben, dass ich ihn dieses Mal nicht so beeindruckend wie anno dazumal fand, aber im Gegensatz zu damals konnte ich mit dem Begriff des Gedenkens etwas anfangen und ich schätze diese Art Mahnmal sehr.

Allerdings brauchte es einen von außen, von Ozie kommenden Hinweis, dass selbst das etwas wenig sein könnte. Ein Mahnmal ist gut, wichtig und unersetzbar. Was die Inschrift aber verschweigt, ist: WIR haben das angerichtet, verbrochen! Wir Menschen, wir Deutsche!

Die 40 Meter Schutt auf dem Birkenkopf sind nicht Zeuge einer Naturgewalt, sondern das Ergebnis von Nationalismus, Rassismus und Hass.

In zwei Wochen ist Bundestagswahl. Und der Monte Scherbelino ist bereits hoch genug.