Endlich ist er da! \o/

Es hat länger gedauert als erwartet, aber am Ende hat sich die Weisheit bewahrheitet, nach der noch nie jemand ewig schwanger war.

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Am Anfang war das sogar relativ entspannt, denn gerade weil die Ärzte empfohlen haben, die Geburt einzuleiten, sind wir insgesamt vier Tage hintereinander nochmal nach Hause gefahren mit dem vermeintlich sicheren Wissen, dass "das jetzt wirklich der letzte Tag vor der Geburt" sein würde und haben uns entsprechend mit Netflix und Pizzaservice die große Gönnung gegeben.

Stattdessen hat das Baby sich Zeit gelassen. Der 22. April war der (von den Ärzten) errechnete Termin, ab dem wir jeden Tag ins Krankenhaus gefahren sind. Ozie blieb ab dem 26. über Nacht, ich dann am 27. - und wie viele inzwischen wissen, wurde der Kleine am frühen Morgen des 28. April geboren.

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Geboren ...

Die knapp fünf Tage Einleitung mit Stäbchen, Gel, Fruchtblasenöffnung und am Ende Tropf liefen erst in den letzten 12 Stunden auf ernsthafte Wehen hinaus, die dann aber auch wirklich nicht mehr erträglich waren. Und Ozie kennt Schmerzen. Glücklicherweise hatten auch die Hebammen jetzt nicht die Idee, mit Hahnemanns Kuriositätenkabinett zu drohen, sondern sie haben wie auch sonst kompetent angeraten, dass eine PDA vielleicht doch sinnvoll wäre.

Und das war sie. Ozie ging es im Nu besser und das musste es auch noch für Stunden, bis die Wehen dann regelmäßig genug waren, um selbst mithelfen zu können.

Inzwischen war es zwei Uhr nachts, Ozie hatte bereits morgens um 7 Uhr ihr erstes CTG des Tages gehabt, ich selbst war auch schon seit 8 Uhr wieder im Haus, als das losging. Obwohl Ozie und der Kleine nun langsam mal ein Ende der Strapazen verdient hatten, kam die assistierende Ärztin dann aber leider doch selbst hier noch zu dem Befund: Nein, so nicht!

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Es dauerte zu lange, das Kind war recht groß und - o je - ein Sternengucker wohl auch noch. Sie hat sehr vorsichtig versucht zu sagen, was wir in dem Moment wussten und innerlich schon akzeptiert hatten: Die Kaiserschnitt-Operation würden wir dann auch noch mitnehmen.

Also war es so gegen 2:40 Uhr am 28. April, als ich mit leicht derangierter (weil in meiner Größe natürlich nicht vorrätigen) OP-Kleidung neben Ozie Platz nehmen konnte, während ein weitgehend schweigsames Ärzteteam den Kleinen aus ihrem Bauch schnitt.

Als Geburtszeit wurde 2:57 Uhr niedergeschrieben, vielleicht um 3:03 Uhr lag er in unseren Armen und war da noch sichtlich unzufrieden mit der Gesamtsituation.

Inzwischen sind wir zu Hause, Ozie geht es deutlich besser und der Kleine ist eigentlich am wohlaufsten von allen. U1 und U2 hat er mit Bravour bestanden, er trinkt und schreit und was er auch ganz prima kann, ist Mama und Papa skeptisch angucken. Vermutlich ein bisschen zu recht.

Jetzt wo ich das schreibe, gluckst er mit Schluckauf vor sich hin und greift mit seinen kleinen Fingerchen nach allem, was man ihm hinhält. Denke nicht, dass man nach erst 130 Stunden auf diesem Planeten mehr tun sollte.

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Dann sind wir jetzt wohl eine richtige kleine Familie. :)