Lampenfieber

Ein bisschen komisch sind Babys ja schon. Was einerseits daran liegt, dass sie von alleine nicht übers Lenkrad gucken können, andererseits natürlich auch an ihrer noch leicht defizitären Zurechnungsfähigkeit verglichen mit anderen Pflanzen.

Unser kleiner Herr Baby fährt die letzten Tage zum Beispiel voll auf Deckenlampen ab und wir haben keine Ahnung warum. Nur noch eine gewisse Angst, dass er irgendwann vor glücklichem Glucksen platzt, denn er gerät da ziemlich in Stimmung. Beim Anblick von Deckenlampen ...

Und mit Deckenlampen meine ich Deckenlampen:

 Glückslampi, Quelle: Sash

Glückslampi, Quelle: Sash

Das Bild oben zeigt genau das was Herrn Baby so zufrieden macht - aus seinem Blickwinkel von meinem Bett aus: Eine vielleicht acht Euro teure und ähnlich viele Jahre alte Lampe von Ikea, unsauber aufgehängt, staubig, unangeschaltet und dank der Jalousien vor dem Fenster in unästhetischem Halbdunkelherumhängend. Mehr oder minder ein Verhütungsmittel, wenn man's so offensichtlich im Schlafzimmer anbringt.*

Doch das Kind liegt da, lächelt, zappelt und strampelt und versucht in jeder Minute, in der Mama und Papa sich was anderem zuwenden, mit dem ominösen Deckengott zu "sprechen". Und bei allem Wissen darüber, dass Babys ein Zeitgefühl haben, das dem eines Farns nur unwesentlich voraus ist: Wenn so ein kleiner Mensch das mal mehr als eine halbe Stunde lang und bei mehr als nur einer Lampe macht, lässt einen schon aufhorchen. Vielleicht ist ja doch was dran an der Theorie, dass er ein Außerirdischer ist, der telepathisch mit seinen Artgenossen in Verbindung tritt, um sich über die Betreuungssituation auf diesem Planeten zu beschweren.

Oder er hat eine neue Definition des Wortes Lampenfieber erfunden. Im Erfinden von neuen Dingen sind Babys ja auch nicht schlecht.

 

*Jaja, die Lampe gab's vor Herrn Baby und sie hängt über meinem Bett. Ihr seid aber auch wieder kleinlich heute, damn!