Babybay - The best and the worst

Es gibt so Dinge, bei denen man nicht weiß, ob man Lobeshymnen oder Rants schreiben soll und in diesem Fall ist es auch so. Es geht um unser Babybay. Unser hübsches anthrazitfarbiges Beistellbettchen, derzeit Herr Babys häufigste Schlafstatt und damit das bisher wichtigste Möbelstück, dass wir im Rahmen der Ganzen Operation Nachwuchs gekauft haben.

Und dazu mit Abstand das teuerste. Hier mal ein (Partner-)Link auf Amazon, nur so zur Verdeutlichung.

Aber ja, natürlich ist es super. Das Baby kann darin schlafen. Und alles, worin das Baby schlafen kann, ist super.

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Das Traurige ist aber auch: Das Ding ist mit weitem Abstand Marktführer, Konkurrenz findet man fast kaum und auf jeder Internetseite, auf der sich Leute  rumtreiben, die schon mal ein Kind im TV gesehen haben, werden die originalen Babybays empfohlen. Und tatsächlich sind wir gelinde gesagt etwas überrascht und fragen uns, wie schlecht dann bitte die Alternativen sind.

Jeder, der schon mal zwei Ikea-Möbel aufgebaut hat, muss sich fragen, ob die Designer bei dem Teil besoffen waren. Etwas aus so wenigen Einzelteilen so dusselig aufzubauendes hab ich nicht mehr gesehen, seit ich mit sieben Jahren recht erfolglos mit der Verknüpfung von Lego und Knetmasse experimentiert habe. Bei jeder Schraube denkt man sich: "Hä? Warum haben die das nicht so und so gemacht?"

Also das Problem ist nicht, dass alles so furchtbar ist, dass man das Ding nicht zusammenbauen kann. Aber man sieht halt an jeder Stelle sofort, dass es dafür seit kurz hinterm Verlassen der Bäume eine cleverere Lösung gibt. Und leider endet es da nicht. Der Lack ist an einer Stelle fast schon ab (nach 8 Wochen) und so wirklich sauber passgenau sind ein paar Teile zudem nie gewesen. Als mir Ozie dann vor ein paar Tagen erst gesagt hat, dass im Vorgängermodell noch nicht einmal Belüftungsritzen unter der Matratze waren und selbige deswegen oft schimmelten, war ich dann endgültig überzeugt, dass da irgendwer wohl zu wenig Konkurrenz hat.

Alles kein Grund zum Zurückschicken oder so, dass muss man fairerweise anmerken. Immerhin ist das Ding so stabil, dass wir nach Herrn Baby auch eine Bleifigur von Herrn Baby darin lagern könnten. Es ist einfach eine sehr groteske Verteilung der Qualität, die uns ernsthaft erstaunt hinterlässt.

Abschließend lässt sich also sagen: Ja, man kann so ein Teil kaufen, aber dann muss man halt 10 Kinder haben, damit sich das Aufbauen auch gelohnt hat. Oder Hunde. Hunde gehen auch.