Woche 11

Wenn uns gerade etwas passiert, dann dass die Dinge und Ereignisse nur so über uns hinweg rasen. So kann man es nennen, aber am Ende bedeutet das nur, das man nicht dazu kommt, es ordentlich niederzuschreiben. Ansonsten erlebt man nur einfach sehr viel – was jetzt ja nicht unbedingt etwas schlechtes ist.

Der Herr Baby ist am Samstag elf Wochen alt geworden, ich war das erste Mal wieder arbeiten, ebenso Ozie. Darüber hinaus gab es den Besuch von Herrn Babys Tante, das erste Mal Krankengymnastik und inzwischen haben wir sechs zupackende Hände im Haushalt. Über den Besuch gibt es nicht viel zu erzählen, den Rest unterteile ich mal ...

Arbeit

Ozie hat langsam, aber dann doch mit steigender Intensität ihre Arbeit im Shop wieder aufgenommen, allerdings viel unorganisierter, als sie es sich gewünscht hätte. Neben den obligatorischen Still- und Abpumppausen kam halt hinzu, dass ich oft nicht anwesend oder hilfreich sein konnte, weil ich mit Arbeit, Einkauf oder Kochen beschäftigt war. Da gibt es noch Optimierungsbedarf. Klarer Nachteil der Heimarbeit. Wenn ich arbeiten war, war ich unterwegs, das hat rein naturgemäß einfach funktioniert. Allerdings hab ich schon festgestellt, dass meine Fitness doch erheblich nachgelassen hat. Ich hab zwar in den letzten Wochen viel mehr im Haushalt gerockt, aber tatsächlich ist das Aufhängen von Wäsche oder das Wickeln von Herrn Baby nicht wirklich ein adäquater Ersatz fürs Auf-den-Beinen-Sein bei der Säbelzahnhamsterauslieferung. Außerdem hab ich in drei Monaten gute zehn verloren geglaubte Kilo wieder zugelegt. Aber ich war halt auch dauernd in der Küche …

Krankengymnastik

Da die Naturgesetze besagen, dass mit so einem Baby immer irgendwas ist, waren wir diese Woche das erste Mal mit dem kleinen Höhlengnarf* bei der Krankengymnastik. Er hat die letzten Wochen eher linksseitig verbracht, sprich: In Zweifelsfall lieber links die Wand angesehen als uns auf der rechten Seite. Und da bei ihm ja alles noch in der Formfindung ist, ist sein Köpfchen leicht schief und die Muskulatur etwas einseitig ausgeprägt. Keine große oder ungewöhnliche Sache, aber wir sollen ihn halt jetzt etwas dazu ermuntern, den Kopf besser zu halten und ihn mehr von rechts bespaßen. Überraschenderweise reicht da eine CSU-Mitgliedschaft nicht, aber eigentlich ist Folter ja ohnehin noch nicht diskursfähig. Dafür hat er zu helle Haut, wir sind medial auf dem neuesten Stand.

Naja, jedenfalls machen wir jeden Tag ein paar Übungen mit ihm und haben sechs Termine zum Hingehen in den nächsten Wochen. Und da können wir auch schon zum letzten Punkt überleiten.

*leitet über*

Drittes Paar Hände

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Ebenfalls zu den Übungen zählt ein wenig Förderung beim Greifen, denn so langsam sollte er sich Zeug in den Mund stecken können. Ich weiß, ich komme mir auch komisch dabei vor, das noch zu beschleunigen, aber so sind die Regeln: Wenn's dem Kleinen hilft, macht man es.
Und tatsächlich tragen diese Bemühungen schon Früchte, er greift sein Spielzeug schon recht zuverlässig und scheint jedes Mal kurz davor zu stehen, auch zu verstehen, dass er da aktiv was tut und das nicht einfach passiert. Ist auf jeden Fall super niedlich – wenngleich wir vermuten, dass es noch ein paar Wochen dauern wird, bis wir ihn zum Kartoffelschälen einteilen können.

*Zur legitimen Frage, wie gefährlich ein Höhlengnarf ist, empfehle ich Alf, Staffel 2, Folge 8 „Schluckauf Marke Melmac“ - ohnehin die beste.