Kriege ich das mit dem Wickeln hin?

Es gibt tausend Gründe, sich unwohl zu fühlen, wenn man das erste Kind bekommt, darunter viele rationale und auch einige irrationale. So weit, so bekannt. Und ich weiß, dass alle Eltern sagen, dass das mit dem Wickeln echt nicht so schlimm ist, wie sie sich das vorgestellt hatten. Aber wie alle Noch-nicht-Eltern hab ich denen das nicht geglaubt.

Seien wir doch mal ehrlich: So kurz nach den Freuden jugendlicher Verantwortungslosigkeit verpflichtend alle paar Stunden jemandem den Hintern abwischen inklusive Umziehen und gelegentlichen Unfällen, die bis sehr sehr nahe an die eigene Nase heranreichen können?
Ich zum Beispiel bin was den Ekligkeitsfaktor angeht eher hartgesotten, das sprach in der Sache immer für mich. Dafür bin ich eher ein Typ, der

a) es nicht so mit Verantwortung hat und

b) sich sehr gut vor unangenehmen Sachen drückt.

Und wenigstens darüber werden sich ja alle einig sein: Schön ist was anderes.

Ich hab neulich aus dem entfernteren Familienkreis mitbekommen, dass einer der harten Männer nie die Windeln gewechselt hätte. Weil ihm „das nix war“. Na klar, weil's ja reihenweise Leute ohne fragwürdige Neigungen gibt, die gerne mit Kot hantieren und nicht aus Notwendigkeit.

(Es ist schon erstaunlich, dass Männern sogar ein "Naja, Frauen spielen halt gerne mit Scheiße" ein legitimes Argument ist, so lange es ihren Interessen dient.)

Naja, ich hatte jedenfalls auch ziemlich Sorgen, ob ich mich daran halten würde, das mit zu übernehmen, denn es ist ja hart. Während man als Erwachsener einen relativ überschaubaren Teil des Tages auf dem Entsafter verbringt, ist das mit so einem Baby ja gerade in den Anfangstagen anders. Man ist ständig auf dem Weg vom oder zum Wickeltisch und braucht dort dann ewig, weil man ja noch nicht ganz so geübt ist und keine wichtigen Kleinteile abbrechen möchte. Von Windel, Kind oder Klamotten.

Darüber hinaus muss ich allen Noch-nicht-Eltern aber sagen: Einfacher wird's nicht. Es ist echt so unspektakulär, dass ich mir inzwischen albern vorkomme, überhaupt was darüber zu schreiben. Und man kommt im Alltag ja nicht einmal umhin, es zu tun, weil jedes Auslassen ja Folgen hat, die WEIT schlimmer sind als einmal einen frisch gesprenkelten Babyhintern abzuwischen. Mir ist es momentan eigentlich sogar lieber als manch andere anfallende Arbeiten und damit hab ich's dann glaube ich sogar wirklich knapp über meine 50% hinaus geschafft. :)

Gibt's heute noch Väter, die gar nicht wickeln? Eure Erfahrungen?